Obwohl die Gesellschaft immer mehr pflegende Berufe benötigt, können sich bei weitem nicht genügend Menschen dafür begeistern. Für Alumna Martina Asen war ihre Arbeit in der Pflege immer erfüllend, spannend und sinnstiftend. Bis heute ist sie restlos davon überzeugt, sich richtig entschieden und ihre Berufung gefunden zu haben.

Von Ilse Königstetter

Der Wunsch, einen medizinischen Beruf zu ergreifen, reicht bei Martina Asen bis in die Kindheit zurück, obwohl es familiärerseits keinen entsprechenden Hintergrund gab. Bereits als Mädchen begleitete sie ihre Mutter gerne bei Krankenhausbesuchen. Aufgewachsen mit fünf Geschwistern im Bezirk Freistadt im oberösterreichischen Mühlviertel besuchte sie nach der Volksschule die Hauptschule und den Polytechnischen Lehrgang. Nach Absolvierung der Fachschule für wirtschaftliche Frauenberufe erinnerte sich die junge Frau nach Abwägung diverser anderer Ideen wieder an ihr Interesse für eine medizinische Ausbildung. Zwischen 1984 und 1987 absolvierte Martina Asen die Krankenpflegeschule am AKH Linz. Nach dem Diplom arbeitete sie dort bis Ende 1989 in der Unfallambulanz. Da sie schon immer davon träumte, eine Zeitlang ins Ausland zu gehen, entschloss sie sich dann, in den USA ein Stelle als Au-pair anzunehmen.

„Nach meiner Rückkehr nach Österreich hatte ich das Gefühl, dass es der richtige Zeitpunkt war, ein anderes Krankenhaus kennenzulernen. Also bewarb ich mich bei den Barmherzigen Brüdern,“ sagt Martina Asen über den Wechsel zum neuen Arbeitgeber. Dort war sie zunächst auf der Bettenstation tätig, danach einige Jahre auf der Chirurgie und HNO-Abteilung und schließlich drei Jahre auf der operativen Intensivstation. Als im Frühjahr 1986 eine Stationsleitung für die Bettenstation auf der Chirurgie und HNO-Abteilung gesucht wurde, bekundete sie ihr Interesse, wurde im April 1996 mit dieser Aufgabe betraut und übte diese 13 Jahre mit großer Leidenschaft aus. Zur Stärkung ihrer Führungskompetenz absolvierte sie von 1997 bis 1998 die Sonderausbildung für Stationsleitung am AKH Linz. 2009 bewarb sich Asen erfolgreich für die Position der stellvertretenden Pflegedirektorin – eine deutliche Erweiterung des Zuständigkeitsbereichs.

Ausbildung zur Gesundheitsmanagerin

Um ihre Führungskompetenzen weiterzuentwickeln, absolvierte Martina Asen von 2010 bis 2013 am Institut für Bildung im Gesundheitswesen in Bad Schallerbach berufsbegleitend die Weiterbildungen zur Bereichsleitung und zur Pflegedienstleitung. Im Rahmen einer Kooperation des IGB Bad Schallerbach und der Universität für Weiterbildung Krems absolvierte Martina Asen ab Herbst 2013 den berufsbegleitenden Lehrgang „Management im Gesundheitswesen". An diese Zeit erinnert sie sich gerne: „Die Atmosphäre auf dem Campus als auch die Qualität der Lehrenden war sehr gut“. Besonders interessant fand sie auch die Vielfalt der Kommilition_innen. „Da gab es Heimleiter_innen, Personen aus der Krankenpflege, Menschen aus privaten Pflegeeinrichtungen, aber auch aus wirtschaftlichen Berufen“, berichtet sie. Daraus ergaben sich nicht nur interessante Vernetzungen, sondern auch spannende Einsichten, wie andere Einrichtungen in der Praxis funktionieren. Für Martina Asen besonders wichtig war, die Mechanismen des Controlling kennenzulernen und wie man wissenschaftlich arbeitet. Erfahrungen, die wesentlich zu ihrer Weiterentwicklung beigetragen haben.

Der nächste Karriereschritt

Als Ende 2024 klar war, dass die Pflegedirektorin Anfang 2026 in Altersteilzeit gehen würde, entschloss sich Martina Asen, sich dem Hearing Prozess für die Pflegedirektion und damit einer neuen Herausforderung zu stellen. Seit 1. April 2026 bekleidet sie nun die Position der Pflegedirektorin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz. „Das ist schon eine andere Verantwortung als in der Vertretungsrolle währen der letzten 17 Jahre“, beschreibt sie die neue Situation. Denn nun ist sie für ein Team von rund 680 Personen verantwortlich. Dazu gehören Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger_innen, Hebammen, Pflegefachassistent_innen, Medizinische Assistenzberufe, Abteilungshilfen, Zivildiener u.v.m. Drüber hinaus verantwortet sie auch alle Prozesse im Bereich der Pflege, Pflegequalität sowie die Gesundheits- und Krankenpflege der stationären, tagesklinischen und ambulanten Patient_innen. Obwohl die jeweiligen Teams gemeinsam mit den Bereichsleitungen geführt werden, trägt Martina Asen als Pflegedirektorin immer die Letztverantwortung. Als solche ist sie auch zuständig für die Personaleinsatzplanung, das Recruiting und die Weiterentwicklung der Mitarbeiter_innen. Darüber hinaus ist sie in diversen Netzwerken der oberösterreichischen Pflegedirektor_innen und Pflegedienstleitungen tätig sowie im Pflegebeirat Oberösterreich.

Erholung beim Lesen und Gärtnern

Entspannung findet Martina Asen zu Hause bei ihrem Mann, ihrer Familie mit zahlreichen Nichten und Neffen und bei der Gartenarbeit. Darüber hinaus liest sie leidenschaftlich gerne und liebt klassische Musik, vor allem Bruckner, Mozart und Brahms. Trotz oft spärlicher Freizeit fühlt sie sich dennoch nicht gestresst. „Ich arbeite seit mehr als 35 Jahren im Pflegebereich und habe das nie eine Sekunde bereut“, ist sie bis heute sicher, die richtige Berufswahl getroffen zu haben. Ihr Wunsch ist, mehr Menschen für einen Beruf im Pflegebereich zu begeistern. Sie selbst ist nach wie vor glücklich bei den Barmherzigen Brüdern, ihrem langjährigen Arbeitgeber, der ihr eine kontinuierliche berufliche und persönliche Entwicklung ermöglichte. „Das ist keineswegs selbstverständlich und dafür bin ich sehr dankbar.“


MARTINA ASEN
Martina Asen, MSc ist seit 1. April 2026 Pflegedirektorin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz, davor hatte sie seit 2009 die Stellvertreterinnenfunktion inne. Asen absolvierte die Fachschule für wirtschaftliche Frauenberufe, danach die Krankenpflegeschule am AKH Linz. Nach dem Diplom war sie bis Ende 1989 als Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Unfallambulanz des AKH Linz tätig. Im April 1990 wechselte sie ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz, wo sie zunächst Stationsleiterin für die Bettenstation auf der Chirurgie und HNO-Abteilung war. An der Universität für Weiterbildung Krems absolvierte sie den in Kooperation das dem IGB-Bad Schallerbach durchgeführte Masterstudium „Management im Gesundheitswesen“, das sie 2015 mit einem Master of Science abschloss.

Link

Artikel dieser Ausgabe

Zum Anfang der Seite