Industrie 4.0 – Ein Spannungsfeld zwischen Hype und Realität

Romana Buchner, BA MSc und Alexandra Pölzl, MSc sind Absolventinnen des Masterprogramms „Professional MSc Management und IT“ mit der Fachvertiefung Strategie, Technologie und Management. Mit diesem Gastbeitrag geben Sie uns exklusive Einblicke in das Spannungsfeld zwischen den Möglichkeiten der Digitalisierung und der Realität im Bereich der Industrie.

03.03.2020

Smart Factory, Blockchain, Artificial Intelligence, Big Data – dies ist lediglich ein kurzer Auszug der Termini aus der digitalen Landschaft, die unser Geschäftsleben aktuell prägen und maßgeblich verändern könnten. Gerade die Möglichkeiten für die produzierende Industrie sind dabei vielschichtig:

Predictive Maintenance könnte beispielsweise konventionelle Wartungsintervalle ablösen und Stillstandszeiten verhindern. Blockchain würde dabei unterstützen die gesamte Supply Chain zu revolutionieren, indem sie eine digitale Verbindung zwischen dem ursprünglichen Produzenten und dem Endkonsumenten schafft und zunehmend Unternehmensgrenzen auflöst. Neben der Effizienzsteigerung wäre es durch den Einsatz von intelligenten Systemen möglich, ein unternehmensübergreifendes Netzwerk zu bilden und Redundanzen zu verhindern.

Doch welche dieser vielzitierten Emerging Technologies sind tatsächlich bereits in den Betrieben angekommen?

In der produzierenden Industrie ist oftmals zu beobachten, dass vor allem historisch gewachsene Unternehmen zunächst eine stabile Basis für Digitalisierungsagenden schaffen müssen. Silodenken und hierarchische Strukturen prägen vielfach die Unternehmenskultur und beeinträchtigen dadurch eine fortwährende und zeitgemäße Unternehmensentwicklung.

Dies ist der Grund, warum die digitale Transformation nicht ohne einen Change in der Organisation einhergeht. Hier könnten gerade KMUs aufgrund ihrer Betriebsgröße und damit einhergehenden Flexibilität in ihrem Digitalisierungsbestreben Vorteile generieren. Maßgeblicher betroffen sind diese Unternehmen jedoch von Faktoren, wie dem aufzubauenden Know how oder den finanziellen und personellen Ressourcen. Die für derartige Projekte notwendigen Fachabteilungen sind zumeist bereits mit dem Tagesgeschäft mehr als ausgelastet. Die fehlende Bereitstellung von Kapazitäten hemmt oftmals die Realisierung von Digitalisierungsprojekten in der nötigen Intensität und Nachhaltigkeit.

Das weitreichende Angebot an neuen Technologien führt in den Betrieben oftmals zu Orientierungslosigkeit. Neben der strategischen Frage, welche Ansätze für den jeweiligen Betrieb verfolgt werden sollen, müssen auch Themen wie IT-Security sowie rechtliche Aspekte wie beispielsweise datenschutzrechtliche Belange geklärt oder neu aufgesetzt werden.

Es existiert kein allgemeingültiges „digitales Rezept“ für die produzierende Industrie, doch sind die positiven Effekte nicht von der Hand zu weisen. Um das digitale Potenzial vollständig ausschöpfen zu können, bedarf es einer umfassenden Analyse der Unternehmensprozesse unter Berücksichtigung interner und externer Schnittstellen. Zumal die digitale Transformation einen komplexen und tiefgreifenden Prozess darstellt und somit in mehreren Schritten erfolgen muss. Wesentlich dabei ist auch, dass das Thema nicht rein aus technischer Sicht betrachtet werden kann, sondern der menschliche Aspekt die Basis für den Veränderungsprozess darstellt. Mit der Bereitschaft, über die Abteilungsgrenzen hinaus zu denken und zu handeln, kann sich das digitale Netzwerk auch über die Unternehmensgrenze hinaus entwickeln.

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